Bemessungskonzept nach australischen Normen
Die Kapazitätsbemessung ist Teil der Erdbeben-Nachweise und stellt sicher, dass die Verbindung über ausreichende Verformungskapazität verfügt.
Ziel der Kapazitätsbemessung ist es, ein kontrolliertes duktiles Verhalten eines Gebäudes sicherzustellen, um einen Einsturz bei einem Bemessungserdbeben zu vermeiden. Da die australische Norm keine Kapazitätsbemessung enthält, wird stattdessen die neuseeländische Norm verwendet. Es wird erwartet, dass das plastische Gelenk im dissipativen Bauteil entsteht, und alle nicht-dissipativen Bauteile der Verbindung müssen in der Lage sein, die infolge des Fließens im dissipativen Bauteil auftretenden Kräfte sicher zu übertragen. Das dissipative Bauteil ist in der Regel ein Träger in einem Momentenrahmen, kann aber auch z. B. eine Stirnplatte sein. Für dissipative Bauteile wird kein Sicherheitsbeiwert verwendet. Die Streckgrenze des dissipativen Bauteils wird berechnet als Fy,max = 0.9 ϕos ϕomfy, wobei:
- ϕos – Verfestigungsfaktor; die empfohlenen Werte sind ϕos = 1.15 für den Träger im Momentenrahmen, γsh = 1.0 sonst; in der Operation editierbar
- ϕom – Überfestigkeitsfaktor – EN 1998-1, Abschn. 6.2; der empfohlene Wert ist ϕom = 1.3; in den Materialien editierbar
Das Materialdiagramm wird gemäß der folgenden Abbildung modifiziert:
Die erhöhte Festigkeit des dissipativen Bauteils ermöglicht die Eingabe von Lasten, die das plastische Gelenk im dissipativen Bauteil entstehen lassen. Im Fall eines Momentenrahmens mit dem Träger als dissipativem Bauteil sollte der Träger mit My = fy,maxWpl,y und der entsprechenden Querkraft Vz = –2 My / Lh belastet werden, wobei:
- fy – charakteristische Streckgrenze
- Wpl,y – plastisches Widerstandsmoment
- Lh – Abstand zwischen den plastischen Gelenken am Träger
Bei einer asymmetrischen Verbindung sollte der Träger sowohl mit positiven als auch mit negativen Biegemomenten und den entsprechenden Querkräften belastet werden.
Die Bleche der dissipativen Bauteile sind vom Normnachweis ausgenommen.